Die Zerstörung der Hiearchie

Aktualisiert: Mai 19

Für alle Unternehmensberater, Nachwuchsführungskräfte und erfahrene Führungskräfte in der agilen Transformation:


Es ist ein absoluter Trugschluss, dass die Einführung von Methoden wie Scrum, Kanban, Lean oder andere Prinzipien auch nur irgendeinen Mehrwert liefert. Denn "A tool with a fool remains a fool with a tool".

Gerade letztens hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen der mir darüber berichtete, wie sein Chef sich stolz brüstete, dass er 5.000€ im Jahr für seine gesamte Abteilung in deren Fortbildung investiere. Im selben Zeitraum hatte derselbe Freund übrigens 20.000€  in seine Weiterbildung gesteckt. Aus der eigenen Kasse! Die angeeigneten Fähigkeiten im Bereich des Coaching kann er natürlich schwer NICHT im Job anwenden. Der Chef und alle anderen Kollegen nehmen diesen Fähigkeitszuwachs kaum wahr, geschweige denn, dass sie dieses Wachstum wertschätzen. Wie demotivierend ist das denn bitte?


Natürlich müssen die Kosten für Fortbildung skalierbar bleiben.

Die agile Transformation wird nur dann eine wirkliche Transformation, wenn Mitarbeiter und in aller erster Linie Führungskräfte (solange sie noch wen zum führen haben) sich auch persönlich weiterentwickeln. Alte Glaubenssätze ablegen dürfen & menschlich führen.


Der wirkliche Unterschied entsteht immer, wirklich immer in der Beziehung zwischen Menschen. Hier entsteht wahre "German Effizienz" und Effektivität, hier entstehen aber auch die wahren Probleme. Nie ist ein Prozessproblem ein Prozessproblem. Es ist immer ein Menschproblem. Entweder der Mensch versteht den Prozess nicht richtig, oder der Prozess lebt an der Realität vorbei, oder er behindert sogar die Arbeit der Menschen und sie müssen Um- und Auswege finden. Es ist immer das Zusammenspiel zwischen Menschen, das dazu führt, ob schnell eine Lösung gefunden wird, oder ob sich das Team darin verliert, wer jetzt eigentlich wofür zuständig ist, wer verantwortlich für welchen Prozessschritt ist, wer mit eingebunden werden muss.


Das heißt es ist immer die Mensch-Mensch-Schnittstelle, die Probleme bereitet. Das ist ja auch der wahre Treiber hinter der Digitalisierung.


Der Mensch macht zu viele Fehler, und ist mehr daran interessiert sich und seine Interessen zu schützen, als seine Arbeit zu machen.

Aus diesem Grund werden mit wachsender Geschwindigkeit Prozesse digitalisiert im Bestellmanagement, Beschwerdemanagement, Kundenanfragenmanagement, Ticketmanagement, Fortbildungsmanagement, HR-Management, etc. die Liste könnte ich ewig so weiter führen. Schon mal was aufgefallen, was digitalisiert wird?


Das Management wird digitalisiert

Dahinter verbergen sich eine Menge Führungspositionen, richtig? Es sind also gerade nicht überwiegend die einfachen Berufe so etwas wie der Müllmann, Klempner, Friseur etc. die wegrationalisiert werden. Mal ganz unter uns von Manager zu Manager liebe Manager: Es sind unsere Berufe, die in Zukunft keiner mehr braucht, weil das Managen, das können Maschinen nun wirklich besser als wir. Rund um die Uhr. Was Unternehmen heute und in Zukunft brauchen, das sind Visionäre, kreative Köpfe, Beziehungsarbeiter, Strategen, Motivatoren. Menschen die nicht plan- und vorhersehbare Prozesse gestalten.


Es muss also wieder einmal ein Ruck durch unser Land der Gemütlichkeit gehen. Und deswegen rufe ich auf zu mehr Menschlichkeit in der Arbeitswelt. Mehr Menschlichkeit bedeutet ja aber eben auch, dass das menschlich sein belohnt wird. Wir sind alle gleich. Es gibt immer noch viele Menschen in den heutigen Unternehmen, die gleicher als gleich sind, die besondere Privilegien genießen. Aber nicht auf Grund des hohen Mehrwertes den sie beisteuern, sondern einfach nur weil sich ihr Mensch-sein nur auf eine bestimmte Gruppe von Menschen bezieht. Nämlich diejenigen, die sie persönlich bzw. beruflich voran bringen: sprich befördern, Gehalt erhöhen mit in ein anderes Unternehmen nehmen oder ähnliches.


Wenn sich das Mensch-sein auf eine bestimmte Gruppe von Menschen bezieht, dann werden damit die außenstehenden dieser Gruppe entmenschlicht.

Teil des Systems bist du nur wenn du der Gruppe Mehrwert bringst, dein Mehrwert dem System gegenüber reicht nicht aus. So wichtig menschliche Beziehungen sind, so stark werden sie auch überbewertet bei all denen, die gut verstehen ihre Netzwerke strategisch zu gestalten. So bleibt häufig Mehrwert auf der Spur, da der individuelle Mehrwert eben über dem Gemein-Mehrwert liegt. Unsere Systeme (Belohnungssysteme, Prämien, Beförderungen, etc.) und Prozesse fördern dieses System und führen damit zu einem sich selbststabilisierenden Regelkreis.


Dem Teufelskreis kann ein Unternehmen nur dann entrinnen, wenn es lernt in die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Führungskräfte zu investieren und ein agiles Mindset zu entwickeln. Diese lernen so:

  • Ihr Ego in den Hintergrund stellen zu können

  • Persönliche Interesse abstrahieren zu können

  • Andere Perspektiven Richtung Gemeinwert einnehmen zu können

  • Ihren Selbstwert nicht aus den Beziehungen aufstrebender Mitarbeiter zu ziehen (andere nennen es Arsch-kriechen)


Zusammenfassend sieht die Lage also so aus:

Mehr und mehr Manager werden in Zukunft arbeitslos sein. Der wahre Mehrwert liegt im Gestalten von Beziehungen und das beginnt zu allererst im Gestalten zur Beziehung zu dir selbst.

Lies hier mehr dazu, wie du deine persönlichen, individuellen Ziele steckst und strukturiert nachverfolgst.

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