Von der Personal- zur Persönlichkeitsentwicklung: Eine unbequeme Wahrheit

Aktualisiert: Mai 19

Der Paradigmenwechsel hat schon begonnen

In dem Video "Millenials in the workplace" aus 2016 Simon Sinek spricht über die nachfolgende Generation von Berufstätigen "Millenials". Eine seiner wesentlichen Thesen ist, dass Firmen die Aufgaben von Lehrern und Eltern übernehmen müssen. Im Wesentlichen also "Erziehung". Das Video hat mich zum Nachdenken gebracht und auch aus meiner eigenen Erfahrung mit Teams und Führungskräften zu der logischen Folge gebracht: "Es ist Zeit für den Schritt von der Personal zur Persönlichkeitsentwicklung" Nur wer versteht, was die Herausforderungen in Zukunft, nicht nur struktureller sondern vor allem grundsätzlicher Art sind, der wird verstehen, warum es an der Zeit für einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel in der Personalentwicklung ist. Denn dieser Prozess hat sogar schon schleichend begonnen. Seit Jahren schon erfreut sich in zahlreichen Unternehmen das Angebot von Coaching zunehmender Bedeutung. Und dies ist ein Prozess, der sich noch weiter fortsetzen wird. Waren Coachings bislang vornehmlich höheren Führungskräften vorbehalten verbreitert sich Stück für Stück die Zielgruppe für diese Art der Weiterentwicklung. Der Treiber dahinter ist einfach zu beschreiben: Die Digitalisierung.


Die Digitalisierung beschleunigt den Wandel der Art und Weise wie wir arbeiten exponential

Wenn zunehmend mehr mechanisch, einfache Tätigkeiten automatisiert und von Maschinen, Computern und Robotern erledigt werden können, dann rücken zunehmend komplexere Aufgaben in den Fokus, die von Menschen gelöst werden müssen. Diese komplexeren Aufgaben bringen aber auch komplexere Probleme im Zwischenmenschlichen mit sich. Zunehmend können Probleme eben nicht mehr durch Ellenbogen-Lösungen behoben und weg-eskaliert werden, sondern sie müssen direkt und vor Ort von den Betroffenen bearbeitet werden. Sei es, dass es um zwischenmenschliche Konflikte geht, sei es dass es um kreative Lösungswege und Ideenfindung geht. Und das alles in einem Team von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: unterschiedliche ethnische Herkunft, unterschiedliches Geschlecht, unterschiedliche Religion, unterschiedliches Alter.


Zukunftsfähige Fähigkeiten

Um solche Teams zu führen, sei es als Scrum Master, Teamleiter oder disziplinarische Führungskraft, sind Fähigkeiten notwendig, wie sie in der Regel nur bei ausgebildeten Coaches zu finden sind. Es ist nicht so, dass andere Menschen diese Fähigkeiten nicht haben, aber ihr beruflicher Werdegang hat in der Regel nicht dazu beigetragen, diese Fähigkeiten aktiv zu schärfen, schulen, geschweige denn anzuwenden. Bei diesen Fähigkeiten handelt es sich unter vielen um aktives Zuhören, Beobachten, distanziertes reflektieren, etc. Diese Fähigkeiten sind auch notwendig, um zum Beispiel Kundenwünsche besser zu verstehen und in verbesserten Produkte umzusetzen.


Das Neandertaler Syndrom

Viele Menschen befinden sich allerdings auf dem empathischen Niveau eines 5-jährigen Kleinkindes, dass mit Stampfen, Jammern oder "Vater-hat-aber-gesagt/Mama-hat-aber-gesagt"-Manipulationsspielchen versucht seine Meinung durchzusetzen. Das liegt daran, dass die Entwicklung empathischer Eigenschaften schlicht von der Gesellschaft, Schule, Eltern, Freunde, Arbeitgebern nicht gefördert wird. Immernoch befinden wir uns bezüglich zwischenmenschlicher Interaktionen auf einem prä-Neandertaler Niveau das durch Alpha-Männchen bzw. Weibchen Gehabe geprägt ist.


Neue Arbeitsweisen verändern aber diese Verhaltensweisen. Denn 100% Transparenz zum Beispiel ist das Gegengift von inkompetentem Machtgehabe, inkorrekte Informationen können mehr und mehr auf Knopfdruck entlarvt werden. Dies zeigt sich auch in der aktuellen Politik. Transparenz in der agilen Arbeitsweise ist eines der Kernprinzipien. So werden Zwischenergebnisse, real-time Statusabfragen, datenbasiert allen zur Verfügung gestellt.

Die Herausforderung liegt eben heute darin, diese Herausforderungen und Rollenkonflikte in einem offenen Dialog miteinander zu lösen.


Eine weitere notwendige Fähigkeit hierfür, abgesehen von den oben genannten, ist zum Beispiel, inwiefern kann ich mein eigenes Ego zurück stellen, ja vielleicht sogar abstellen, um zu wirklichen Teamentscheidungen zu kommen, im Sinne des Unternehmens und vor allem im Sinne des Kundens.


Die Herausforderung

Daher ist eine wesentliche neue Herausforderung für alle HR-Verantwortlichen, Manager und Führungskräfte diese Fähigkeiten selber zu erlernen und auch in den Teams von Mitarbeitern zu verlangen. Nur so gelingt das Erlernen eines agilen Mindsets. Das ist also eine Aufgabe der Persönlichkeitsentwicklung. So erweitert sich das Spektrum der Personalentwicklung hin zur Persönlichkeitsentwicklung. Denn daran sind weitere entscheidende Themen gebunden, wie zum Beispiel die des lebenslangen Lernens. Häufig werde ich gefragt, wie kann ich denn meinen Mitarbeiter motivieren XY zu tun? Meine Antwort ist immer dieselbe: "Gar nicht!" Aber mit einer fundierten, nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung wird dein Mitarbeiter ziemlich sicher selber die Motivation finden XY zu tun.

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